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Wie viel Geschichte und Denkmalschutz braucht die „Alte
Münze“?

An drei öffentlichen Veranstaltungen zur Ausstellung „Alte Münze neu geprägt“ berichten Historiker und Denkmalexperten, wie die von den  Nationalsozialisten errichtete Reichsmünze am Molkenmarkt zu einem Haus für Berliner Kunstschaffende umgebaut werden kann. Auf dem historischen Areal der „Alten Münze“ wurden die Reichsmark, die DDR-Mark, die D-Mark und der Euro geprägt. Zwischenzeitlich dienten Gebäudeteile dem Ministerium für Kultur der DDR. Nun soll das Areal mitten in der Stadt denkmalgerecht instandgesetzt werden. Welche Rolle spielt dabei seine wechselvolle Geschichte?

Die Veranstaltungen finden am 22., 25. und 28.2. von 18:30 bis 20:30 Uhr im Projektraum „Alte Münze“, Molkenmarkt 2, 10179 Berlin statt.

Am 22.2. präsentieren die Kuratoren der Ausstellung „Alte Münze neu geprägt“ ihre Forschungsergebnisse. Historische Baupläne, Zeitschriften, Fotografien und Postkarten lassen einen Teil Berliner und deutsche Geschichte lebendig werden. Die hier produzierten Sandmännchen-Postkarten und Pfennigabsätze zeigen, dass das Gebäude auch für ein Stück DDR-Alltagskultur steht.

Am 25.2. diskutieren Denkmalexperten den historischen Wert des Areals mit seinem modernen Fabrikgebäude, den historisch wirkenden Fassaden, weiträumigen Werkshallen und dem unterirdischen System aus Lager-,Tresorräumen und Heizanlagen. Wie soll mit den Spuren der Geschichte umgegangen werden, z. B. den Einschusslöchern aus dem Zweiten Weltkrieg oder den Alarmanlagen der DDR? Wie können Bürger*innen sich für den Denkmalschutz engagieren?

Am 28.2 geben Historiker und Ausstellungsexperten Empfehlungen zu folgenden Fragen: Sollen historische Ereignisse, wie die Zerstörung der hier gelagerten Kunstschätze der Berliner Musen im Zweiten Weltkrieg oder die Überwachung von Künstlern durch das Ministerium für Kultur dargestellt werden? Sollen dafür originale Exponate, Dokumente, Münzen, Münzprägemaschinen und Prägestempel zusammengesucht werden? Oder gäbe es moderne technische Möglichkeiten,um diese Geschichte anschaulich zu vermitteln?

Auflistung der Veranstaltungen mit Nennung der Referenten

Freitag,
22.02.2019
Der Molkenmarkt 1–3, Annäherung an einen historischen Standort. Ereignisse, Dokumente, Perspektiven.

Das Kurationsteam der Ausstellung „Alte Münze neu geprägt“ (20.11.-3.12.2018), Eberhard Elfert und Katharina Wolf, stellen ihre Recherchen vor und diskutieren ihre Ergebnisse.

Montag,
25.02.2019
Wie viel Denkmalschutz braucht der neue Kulturstandort im historischen Zentrum von Berlin?

Wir diskutieren die Chancen der „Alte Münze“, zu einem neuen „Lernort Denkmalschutz“ zu werden, an dem auch Bürger*innen ihren Teil zum Schutz und Erhalt des kulturellen Erbes
beitragen können.

Podiumsteilnehmer
Sybille Haseley
/ Landesdenkmalamt Berlin
Prof.Dr. phil. Gabi Dolff-Bonekämper / Institut
für Stadt- und Regionalplanung, TU Berlin
Eckhard Hasler / Stadtplaner, Dipl.-Ing. Stadt- und Regionalplanung und Mediator

Donnerstag 28.02.2019
Wie viel Geschichte braucht der neue Kulturstandort im historischen Zentrum von Berlin?
Wir erörtern, welches Format der Geschichtsvermittlung hier vor Ort sinnvoll sein könnte und welche (rechtlichen, finanziellen) Rahmenbedingungen dafür erforderlich wären.
Podiumsteilnehmer 
Ralf Bähren
 / Dipl. Designer Kreativdirektor für Szenografie und Ausstellung Virtuelle, haptische, raumgreifende, multiperspektivische und interaktive Vermittlung komplexer Inhalte in Ausstellungskontexten
Dr. Benedikt Goebel /Stadtforscher
Selbstständig tätig in der Entwicklung von Projekten zur Stadtentwicklung 
Rainer E. Klemke / Diplompolitologe
Kommunikationsberatung und Projektentwicklung für Museen und Gedenkstätten